Kreta erholt sich nach fünf Tagen mit extremen Regenfällen
Nach fünf Tagen mit außergewöhnlich starken Regenfällen hat sich die Wetterlage auf Kreta heute deutlich beruhigt. Für Dienstag, 6. Oktober 2026, werden überwiegend sonnige Abschnitte und deutlich höhere Temperaturen erwartet. Gleichzeitig können vor allem im Norden und Osten der Insel weiterhin kräftige Nordwinde auftreten.
Die Wetterbesserung bedeutet jedoch nicht, dass die Folgen der Unwetter bereits beseitigt sind. In mehreren Regionen laufen weiterhin Schadensaufnahmen, Aufräumarbeiten und Reparaturen.
Regierung beschleunigt Schadensaufnahme und Wiederaufbau
Ein erweitertes Regierungsteam hat am Montag die besonders betroffenen Gebiete Kretas besucht. Im Mittelpunkt standen Mylopotamos, Ierapetra und das Lasithi-Plateau.
Bei einer Koordinierungssitzung mit der Region Kreta und den betroffenen Gemeinden wurden Maßnahmen zur Schadensaufnahme und Wiederherstellung der Infrastruktur besprochen. Nach Angaben des griechischen Zivilschutzministeriums sollen zusätzliche Baumaschinen über das staatliche Programm AIGIS zur Verfügung gestellt werden.
Seit dem 1. Oktober wurden bis zum 4. Oktober 508 Notrufe im Zusammenhang mit der Unwetterlage registriert. In 214 Fällen waren konkrete Einsatzmaßnahmen erforderlich, darunter Wasserabpumpungen, die Verlegung von Menschen an sichere Orte und das Entfernen von Bäumen.
Erste Hilfsmaßnahmen für Betroffene werden vorbereitet
Die zuständigen Behörden arbeiten an der Auszahlung staatlicher Soforthilfen für die von den Überschwemmungen betroffenen Haushalte und Unternehmen.
Die notwendigen Schäden müssen zunächst erfasst und überprüft werden. Die angekündigten Fristen beziehen sich auf das angestrebte Verfahren und stellen keine bereits abgeschlossenen Auszahlungen dar.
Für Urlauber ist vor allem relevant, dass die Schadensaufnahme und Reparaturarbeiten in den betroffenen Regionen noch einige Zeit dauern können.
Mylopotamos weiterhin stark von den Unwetterschäden betroffen
Im Gemeindegebiet Mylopotamos sind die Folgen der Überschwemmungen weiterhin deutlich sichtbar. Besonders betroffen sind unter anderem Zoniana und weitere Orte im Bergland von Rethymnon.
Straßen, landwirtschaftliche Wege und Teile der Infrastruktur wurden durch Wasser, Schlamm und Geröll beschädigt. Auch die Wasserversorgung war in einzelnen Bereichen beeinträchtigt.
Die Gemeinde führt weiterhin eine Erfassung der Schäden durch.
Ierapetra nimmt Schäden an Straßen und Infrastruktur auf
Auch im Gemeindegebiet Ierapetra laufen nach den schweren Überschwemmungen weitere Untersuchungen und Reparaturarbeiten.
Besonders im Raum Ferma und an weiteren betroffenen Orten waren Straßen und Verkehrswege durch die Wassermassen beeinträchtigt. Ein Regierungsteam führte am Montag Vor-Ort-Besichtigungen durch und informierte sich über die notwendigen Wiederherstellungsmaßnahmen.
Straße zwischen Ierapetra und Sitia weiterhin beachten
Im Gemeindegebiet Ierapetra bestehen weiterhin Verkehrsprobleme. Nach der aktuellen Mitteilung der Gemeinde war ein Abschnitt der Provinzstraße Ierapetra–Sitia zwischen dem Bereich des Hotels Kakkos Bay und der Kreuzung von Koutsouras wegen der Schäden durch die starken Regenfälle gesperrt.
Urlauber sollten deshalb vor Fahrten zwischen Ierapetra und Sitia die aktuelle Verkehrslage prüfen und örtliche Sperrungen unbedingt beachten.
Lasithi-Plateau mit schweren Schäden an Landwirtschaft
Das Lasithi-Plateau gehört zu den am stärksten von den Überschwemmungen betroffenen Gebieten. Große landwirtschaftlich genutzte Flächen wurden überflutet.
Neben den Schäden an den Kulturen wurden auch landwirtschaftliche Verkehrswege und weitere Infrastruktur beeinträchtigt. Die genaue Höhe der Schäden wird derzeit noch ermittelt.
Samaria-Schlucht bleibt geschlossen
Die Samaria-Schlucht bleibt nach den schweren Regenfällen weiterhin für Besucher geschlossen.
Die außergewöhnlich hohen Wassermengen haben den Nationalpark und die Wege innerhalb der Schlucht stark beeinträchtigt. Acht Mitarbeiter befinden sich nach den zuletzt veröffentlichten Informationen weiterhin in einem sicheren Bereich innerhalb der Schlucht.
Eine Öffnung für Besucher kann erst erfolgen, wenn die zuständigen Stellen die Sicherheit der Wege und Infrastruktur überprüft und bestätigt haben.
Copernicus unterstützt die Schadensaufnahme
Die Europäische Union hat für die von den Überschwemmungen betroffenen Gebiete Kretas den Copernicus Emergency Management Service aktiviert.
Mithilfe von Satellitendaten sollen die betroffenen Flächen kartiert und die Behörden bei der Bewertung der Schäden unterstützt werden. Die Maßnahme soll insbesondere dort helfen, wo eine vollständige Erfassung vom Boden aus schwierig ist.
Straßen können trotz Wetterbesserung weiterhin beschädigt sein
Die Wetterlage verbessert sich heute deutlich, doch die Auswirkungen der vergangenen Regenfälle bleiben im Straßennetz sichtbar.
Schlamm, Geröll, beschädigte Fahrbahnen und Erdrutsche können insbesondere auf Bergstraßen weiterhin zu Behinderungen führen. Auch Straßen, die wieder befahrbar sind, können durch laufende Reparaturarbeiten kurzfristig beeinträchtigt werden.
Urlauber mit Mietwagen sollten heute besonders in den betroffenen Regionen vorsichtig fahren und keine Absperrungen umfahren.
Stromunterbrechungen heute in mehreren Regionen
Für Dienstag, 6. Oktober, sind auf Kreta mehrere geplante Stromunterbrechungen angekündigt.
Betroffen sind unter anderem Bereiche in Heraklion, Rethymnon, Chania und Ierapetra. Die Unterbrechungen stehen nach den veröffentlichten Angaben überwiegend mit geplanten Wartungs-, Ausbau- oder Instandhaltungsarbeiten am Stromnetz in Zusammenhang.
Die Zeiten und betroffenen Straßen beziehungsweise Gebiete unterscheiden sich je nach Gemeinde. Reisende sollten bei einem Aufenthalt in den genannten Bereichen mit kurzfristigen Unterbrechungen rechnen.
Schulen in betroffenen Gebieten teilweise weiterhin geschlossen
In besonders stark betroffenen Bereichen bleiben auch heute einzelne Schulen geschlossen.
Im Gemeindegebiet Mylopotamos bleiben die Schulen und Kindertagesstätten in den Gemeindebezirken Kouloukona und Zoniana am Dienstag, 6. Oktober, geschlossen. Grund sind weiterhin bestehende Probleme bei der Erreichbarkeit und der Infrastruktur.
Die Schließungen gelten nicht für alle Schulen auf Kreta, sondern für die jeweils betroffenen Gemeinden und Einrichtungen.
Wetter heute deutlich freundlicher
Nach den außergewöhnlichen Regenfällen der vergangenen Tage stellt sich das Wetter auf Kreta heute grundlegend um.
Für Dienstag werden überwiegend sonnige Bedingungen und Temperaturen bis etwa 24 Grad erwartet. Gleichzeitig bleiben die Nordwinde zeitweise kräftig und können vor allem an der Nordküste spürbar sein.
Weitere großflächige Unwetter wie in den vergangenen Tagen werden nach der aktuellen Prognose heute nicht erwartet.
Gortys Forum startet am Donnerstag
In Gortyna beginnt am Donnerstag, 8. Oktober, das zweite Gortys Forum. Die dreitägige Veranstaltung findet bis zum 10. Oktober im Archäologischen Museum von Messara statt.
Im Mittelpunkt stehen Themen wie Demokratie, Transparenz, gesellschaftlicher Zusammenhalt, Kultur, Innovation und nachhaltige regionale Entwicklung.
Die Veranstaltung richtet sich an Vertreter aus Wissenschaft, Kommunen, Institutionen, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.
Veranstalter:Gortys Forum 2026
Tourismus bleibt trotz Unwettern in Bewegung
Die aktuelle Wetterbesserung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der touristische Betrieb auf Kreta weiterhin aktiv ist.
Der September brachte am Flughafen Heraklion mehr als 1,5 Millionen Passagiere. Die aktuelle Entwicklung zeigt, dass die Insel auch am Ende der Sommersaison ein wichtiges internationales Reiseziel bleibt.
Für Urlauber ist heute vor allem entscheidend, dass die Wetterlage deutlich ruhiger ist, die Folgen der vergangenen Unwetter jedoch regional weiterhin Auswirkungen auf Straßen, Wanderwege und einzelne Einrichtungen haben.
Was Urlauber heute beachten sollten
Für die meisten Regionen Kretas verbessert sich die Wetterlage heute deutlich. Gleichzeitig sollten Reisende in den von den Überschwemmungen betroffenen Gebieten weiterhin vorsichtig sein.
Vor Fahrten in das Bergland sowie in die Regionen Mylopotamos, Ierapetra und Lasithi sollten aktuelle Verkehrsinformationen geprüft werden. Gesperrte Straßen und nicht freigegebene Wege dürfen nicht genutzt werden.
Die Samaria-Schlucht bleibt geschlossen. Auch andere Schluchten und Wanderwege können nach den starken Regenfällen weiterhin beeinträchtigt sein.
Stand: 6. Oktober 2026