Iera Moni Koimiseos Theotokou Krustallenias – Agios Konstantinos, Kreta
Im östlichen Teil der Lasithi-Hochebene liegt das Kloster Kroustallenia auf einer kleinen Erhebung am rechten Ufer des Flussbettes des Havgas, direkt gegenüber von Agios Konstantinos. Das Kloster ist der Koimisi tis Theotokou, der Entschlafung der Gottesmutter, gewidmet und gilt als religiöses Zentrum der Lasithi-Hochebene.
Geschichte des Klosters
Das genaue Gründungsdatum von Kroustallenia ist nicht eindeutig bekannt. Schriftliche Hinweise bringen die Existenz des Klosters bereits mit dem 13. Jahrhundert in Verbindung. Diese frühe Datierung gilt jedoch nicht als gesichert.
Eine weitere historische Einordnung bezieht sich auf das Jahr 1543. Damals wurden auf der Lasithi-Hochebene Ländereien an Flüchtlinge aus dem Peloponnes vergeben. In diesem Zusammenhang wird Palantia Danasi mit der Gründung beziehungsweise Erneuerung eines der Gottesmutter geweihten Klosters in Verbindung gebracht. Ob es sich dabei eindeutig um Kroustallenia handelte, wird historisch nicht mit letzter Sicherheit festgestellt.
Religiöse und historische Bedeutung
Kroustallenia spielte über Jahrhunderte eine wichtige Rolle in der Geschichte der Lasithi-Hochebene. Während der osmanischen Herrschaft diente das Kloster unter anderem als Treffpunkt regionaler Anführer und war mit den Widerstandsbewegungen auf Kreta verbunden.
Während der Revolution von 1821 wurde das Kloster geplündert und im Januar 1823 von osmanisch-ägyptischen Truppen niedergebrannt.
Auch während der großen kretischen Revolution von 1866 bis 1869 nahm Kroustallenia eine wichtige Rolle ein. Während der Schlacht von Lasithi im Mai 1867 befanden sich dort unter anderem die regionalen revolutionären Einrichtungen, Vorräte und Munitionsbestände.
Das Klostergebäude
Das Klostergebäude wurde im Laufe seiner Geschichte mehrfach verändert. Ein erhaltenes architektonisches Element ist ein kunstvoll bearbeitetes Steinrelief aus dem Bereich des Heiligtums. Teile dieses älteren Bauelements werden im Kloster aufbewahrt.
Die heutige Klosteranlage geht auf mehrere Bau- und Renovierungsphasen zurück. Der einschiffige, mit einem Tonnengewölbe überdeckte Katholikon befindet sich auf dem höchsten Punkt der Klosteranlage und ist der Gottesmutter geweiht.
Schule und Bildung
Kroustallenia hatte über längere Zeit auch eine Bildungsfunktion. In den Räumen des Klosters bestand eine Schule, die vom 19. Jahrhundert bis 1926 betrieben wurde.
Damit war das Kloster nicht nur ein religiöser Ort, sondern nahm auch eine Rolle im gesellschaftlichen Leben der umliegenden Gemeinden ein.
Kroustallenia und Agios Konstantinos
Das Kloster liegt unmittelbar gegenüber von Agios Konstantinos auf der Lasithi-Hochebene. Der Ort und das Kloster sind durch ihre Lage am östlichen Rand der Hochebene miteinander verbunden.
Die Umgebung ist durch die typische Landschaft des Lasithi-Plateaus mit Bergen, landwirtschaftlich genutzten Flächen und kleinen Siedlungen geprägt.
Wissenswertes
Die Iera Moni Koimiseos Theotokou Krustallenias gehört zu den historisch bedeutenden Klöstern der Lasithi-Hochebene. Ihre genaue Gründung ist nicht abschließend geklärt; sicher dokumentiert ist jedoch ihre wichtige Rolle in der religiösen und politischen Geschichte der Region, insbesondere während der kretischen Aufstände des 19. Jahrhunderts.
Bilder: Claudia Kleemann – Text: Christoph Helfrich





