Symbolbild – Erstellt mit Gemini. Das Bild zeigt eine Situation, Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind rein zufällig.
Augen auf im kretischen Straßenverkehr – Das müssen Urlauber über die neuen Regeln wissen:
Die Saison 2026 startet langsam und viele Urlauber kennen die neuen Verkehrsregeln und den aktuellen Bußgeldkatalog bei Verstößen im Staßenverkehr noch nicht. Hier ein kleiner Auszug.
Wer Kreta liebt, schätzt oft auch die Freiheit auf den Straßen – den Wind um die Nase auf dem Weg zum Elafonisi-Strand oder die kurvigen Routen durch das Dikti-Gebirge. Doch wer in der aktuellen Saison mit dem Mietwagen oder Roller unterwegs ist, sollte den Fuß vom Gas nehmen und das Handy lieber im Handsuhfach lassen. Seit Ende 2025 hat Griechenland seine Verkehrsregeln massiv verschärft, und die Polizei auf Kreta greift inzwischen hart durch.
Schluss mit der Gelassenheit – Warum es jetzt teurer wird:
Lange Zeit hielt sich hartnäckig das Gerücht, dass man es im griechischen Straßenverkehr mit den Regeln nicht ganz so genau nehmen müsse. Damit ist jetzt endgültig Schluss. Die griechische Regierung hat die Straßengesetze (KOK) reformiert, um die Unfallzahlen zu senken. Das Besondere: Der Fokus liegt nun auf der individuellen Verantwortung. Das bedeutet, dass nicht mehr das Fahrzeug bestraft wird, sondern direkt der Fahrer.
Besonders bei drei Vergehen versteht die kretische Polizei keinen Spaß mehr:
1. Hohe Bußgelder für klassische Vergehen
Die Strafsätze für schwere Verstöße wurden massiv angehoben:
Rote Ampel oder Stoppschild überfahren: Hier drohen Bußgelder von 700 Euro. Im Wiederholungsfall innerhalb von fünf Jahren kann die Strafe auf bis zu 2.000 Euro steigen, verbunden mit einem langen Entzug der Fahrerlaubnis.
Handy am Steuer: Die Nutzung von Mobiltelefonen ohne Freisprecheinrichtung oder feste Halterung kostet 350 Euro. Zudem wird der Führerschein in der Regel für 30 Tage eingezogen. Achtung: Das Verbot gilt nun explizit auch für die Nutzung von Smartwatches während der Fahrt.
Nichtanlegen des Sicherheitsgurts / Fehlender Helm: Für Fahrer und Beifahrer werden jeweils 350 Euro fällig. Auch hier droht ein sofortiges Fahrverbot von 30 Tagen.
- Fahren mit Badeschuhen: Wer beim Fahren mit Badeschuhen (zB.: Adiletten) erwischt wird, dem droht ebenso ein saftiges Bußgeld. Sollten keine festen Schuhe im Fahrzeug sein, um die Fahrt fortsetzen zu können, wird eine Weiterfahrt meist untersagt obwohl das Barfußfahren, soweit wir wissen, nicht verboten ist.
- Rauchen im Fahrzeug: Mal schnell im Auto eine Zigarette anzünden und eine rauchen kann sehr teuer werden, wenn Kinder unter 12 Jahren mit im Fahrzeug sitzen. Hier beträgt das Bußgeld ca. 1500 Euro und obendrauf gibt es noch ein 4-wöchiges Fahrverbot.
- Eine Brennende Zigarette (oder ähnlich) aus dem Fahrzeug werfen: Da versteht die Polizei keinen Spaß mehr. Wer dabei erwischt wird, zahlt mindestens 200 Euro Strafe. Sollte das zwischen Mai und Oktober passieren zahlt, wegen der trockenen Vegetation und der verbundenen Brandgefahr 500 – 5000 Euro. Dies gilt allerdings nur bei Brandgefahr ! Brennt es danach wirklich, kann sich der „Urlaub“ seit der verschärften Regelung 2025 dann auf bis zu 10 Jahre verlängern. Auch droht eine Strafe von bis zu 50.000 Euro
HINWEIS: Die Polizei setzt aktuell an den Hauptverkehrsstraßen Drohnen ein um potentielle Brandstifter zu identifizieren.
2. Geschwindigkeit und Alkohol
Geschwindigkeitsüberschreitung: Wer mehr als 20 km/h zu schnell fährt, zahlt ab 100 Euro. Bei Überschreitungen von mehr als 50 km/h werden mindestens 350 Euro fällig und der Führerschein wird für 60 Tage einbehalten. Extremraser (über 200 km/h) riskieren Bußgelder bis zu 8.000 Euro.
Alkohol am Steuer: Die Grenze liegt weiterhin bei 0,5 Promille (0,2 für Fahranfänger und Motorradfahrer). Die Bußgelder beginnen bei 350 Euro und können bei schweren Verstößen über 1.200 Euro liegen, ergänzt durch mehrmonatige Fahrverbote oder sogar Haftstrafen.
3. Neue Regelungen in Städten
Ab dem 1. Januar 2026 wird in vielen urbanen Bereichen Griechenlands ein generelles Tempolimit von 30 km/h auf einspurigen Straßen eingeführt. Achten Sie auf Kreta besonders in Städten wie Chania, Rethymno oder Iraklio auf die örtliche Beschilderung.
Massive Präsenz: Die Polizei zeigt Flagge
Auffällig ist in diesem Jahr die extrem hohe Dichte an Verkehrskontrollen. Es ist kein Zufall mehr, wenn man auf einer Fahrt von Nord nach Süd zwei oder drei Kontrollpunkten begegnet. Die Beamten konzentrieren sich dabei vor allem auf:
Alkoholkontrollen am späten Abend und an den Zufahrten zu Touristenorten.
Dokumentenprüfung bei Mietwagen.
Technische Kontrollen bei Quads und Rollern.
Ein wichtiger Punkt für Urlauber:
Die Polizei darf Kennzeichen und Führerscheine vor Ort einziehen. Für Touristen ist das besonders fatal, da Mietwagenanbieter in einem solchen Fall in der Regel keinen Ersatzwagen stellen und die Reise mobil beendet ist.
Fazit für die Reisekasse
Die neuen Bußgelder sind oft doppelt so hoch wie in Deutschland oder Österreich. Wer seinen Urlaub genießen möchte, sollte sich strikt an die Vorgaben halten. Die Überwachung ist mittlerweile hochgradig digitalisiert, sodass Bußgelder auch nach der Rückkehr aus dem Urlaub ihren Weg in den heimischen Briefkasten finden können.
Genießen Sie die Insel, aber bleiben Sie wachsam – für Ihre Sicherheit und für Ihren Geldbeutel.