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Byzantinische Mauern – Chania

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Die byzantinischen Mauern von Chania

Die byzantinischen Mauern von Chania gehören zu den ältesten Befestigungsanlagen der Stadt und erinnern an eine Epoche, die lange vor den heute weithin sichtbaren venezianischen Festungsmauern begann. Obwohl große Teile der mittelalterlichen Stadtbefestigung aus der venezianischen Zeit stammen, bilden die byzantinischen Mauern die historischen Grundlagen der späteren Verteidigungsanlagen.

Ihre Überreste geben bis heute Einblicke in die Entwicklung Chanias von der Antike bis in das Mittelalter.

Geschichte

Die Geschichte Chanias reicht bis in die minoische Stadt Kydonia zurück. Bereits in der Antike wurden erste Befestigungen errichtet, um die strategisch günstig gelegene Siedlung zu schützen.

Während der byzantinischen Herrschaft über Kreta wurden diese Verteidigungsanlagen erweitert und verstärkt. Aufgrund ihrer Lage an der Nordküste spielte Chania eine wichtige Rolle für die Kontrolle der Seewege im östlichen Mittelmeer. Die Stadtmauern wurden daher mehrfach erneuert und an die jeweiligen Anforderungen angepasst.

Venezianische und osmanische Zeit

Die heute das Stadtbild prägenden Festungsmauern entstanden überwiegend im 16. Jahrhundert während der venezianischen Herrschaft. Die Venezianer errichteten umfangreiche neue Verteidigungsanlagen, um Chania gegen die zunehmende Bedrohung durch das Osmanische Reich zu schützen.

Dabei wurden Teile der älteren byzantinischen Befestigungen in die neuen Mauern integriert oder dienten als Fundament für die späteren Bauwerke.

Auch während der osmanischen Herrschaft wurden einzelne Bereiche der Stadtbefestigung verändert und den damaligen militärischen Anforderungen angepasst.

Archäologische Bedeutung

Archäologische Untersuchungen haben gezeigt, dass sich unter den venezianischen und osmanischen Mauern Reste der byzantinischen Befestigungen erhalten haben. Diese Funde liefern wichtige Erkenntnisse über die Entwicklung der Stadt zwischen der Antike und dem Mittelalter.

Weitere Zeugnisse der byzantinischen Geschichte Chanias sind in der Byzantinischen Sammlung von Chania zu sehen, die in der ehemaligen Kirche San Salvatore untergebracht ist.

Wissenswertes

Die byzantinischen Mauern sind zwar weniger auffällig als die mächtigen venezianischen Festungsanlagen, stellen jedoch einen bedeutenden Teil der Stadtgeschichte dar. Sie dokumentieren die kontinuierliche Entwicklung der Verteidigungsanlagen über viele Jahrhunderte und verdeutlichen die strategische Bedeutung Chanias im östlichen Mittelmeer.

Wer die Altstadt erkundet, begegnet an verschiedenen Stellen den unterschiedlichen Bauphasen der Stadtbefestigung und kann nachvollziehen, wie sich Chania im Laufe der Jahrhunderte verändert hat.

Bilder: Claudia Kleemann
Text: Christoph Helfrich

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